29.10.2019  

{Rezension} Die Arena - Grausame Spiele von Hayley Barker

                  Originaltitel: Show Stopper                               Hardcover: 480 Seiten 

                  Verlag: Wunderlich (17. September 2019)          Genre: Jugendbuch

                  ISBN: 978-3805200486                                       Reihe: 1 von 2

                  Preis: HC - 18,00 €, ebook - 14,99 €

Die Arena - Grausame Spiele ist der erste Teil der Reihe "Die Arena".
Mit Klick auf's Cover kommt ihr zur jeweiligen Rezension, soweit erschienen.

London in der nahen Zukunft. Die Gesellschaft hat eine Spaltung vollzogen: Die Pures leben komfortabel und luxuriös, während die Dregs ausgegrenzt, geächtet und unterdrückt werden. Manchen Familien der Dregs werden ihre Kinder entrissen und zum "Zirkus" gebracht, wo die jungen Artisten zum Amüsement der Pures hungrigen Löwen begegnen oder waghalsige Hochseilakte liefern.
Hoshiko ist der Star auf dem Hochseil - sie vollbringt jeden Abend Unglaubliches, 15 Meter über dem Boden, ohne Fangnetz. Jede Vorführung könnte ihre letzte sein - und genau darauf lauern sensationslüstern und mit fasziniertem Grauen ihre Zuschauer. Doch dann begegnet Hoshiko dem Sohn einer hochrangigen Pure-Politikerin, Ben, der den Zirkus besucht - und verliebt sich in ihn, gegen alle Regeln. Ben begreift erst nach und nach die Realitäten, die hinter seinem komfortablen Leben stehen und wendet sich gegen seine eigene Klasse - für Hoshiko, das Mädchen, das er liebt. Um sie zu retten, begibt er sich in tödliche Gefahr.

Die Rufe des Publikums dröhnen in meinem Kopf.

Wegen ihrer Herkunft verstoßen, leben die Dregs in ärmlichen, unmenschlichen Verhältnissen, während die reinen Pures den vollen Luxus genießen. Hoshiko wurde als junges Mädchen von ihrer Familie fortgerissen und kämpft seither im Dregzirkus ums Überleben. Denn nur wer brauchbar ist bringt Geld ein, doch wer zu lange überlebt zieht die Aufmerksamkeit der Pures auf sich und die sehnen sich nach guter Unterhaltung und sei es durch den Tod eines Dregartisten. Einzig der Junge Ben scheint anders zu denken, vor allem nachdem er Hoshiko auf dem Seil hat balancieren sehen.

Ben und Hoshiko erzählen abwechselnd, dabei doppeln sich manchmal ein paar Szenen, aber nie zu viel als dass es nervig wäre. Der Schreibstil war angenehm und durch die kurzen Kapitel entstand ein rasantes aber passendes Tempo in der Geschichte.
Der Zirkus zieht von einem Ort zum nächsten und schlägt sein Zelt nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder in London auf. Der Hauptstadt Englands und das Zentrum der Puremacht. Zu Beginn hätte ruhig etwas mehr auf das Dreg-Pure-Verhältnis eingegangen werden können. Der Unterschied zwischen den beiden Fraktionen war nicht sofort ersichtlich und somit wurde erst später klar, dass es hier um eine simple rassistische Klassentrennung ging. Familien mit ausländischen Wurzeln wurden als Parasiten diskriminiert, die den reinblütigen englischen Gefolgsleuten die Jobs und Wohnungen nahmen, sie übertragen Krankheiten und sind unsauber. Nach und nach wurden immer mehr Gesetze gegen die Dregs erlassen und Orte wie der Zirkus, wo die Dregs vogelfrei sind, entstanden.

Charaktere

Ben wirkte auf mich wie ein zehnjähriger Junge. Von seiner Naivität, seiner gesamten Art und der Erzählungen. Diese Vorstellung wollte sich bei mir auch im Laufe des Buches einfach nicht ändern. Bei Hoshiko war das Gefühl zwar nicht da, dennoch empfand ich auch sie mit ihren sechzehn Jahren als zu jung. Zur Story hätten meiner Meinung nach ältere Protagonisten besser gepasst. Dann wäre die Liebesgeschichte zwischen den beiden vielleicht auch angenehmer gewesen. Diese war mir für deren Alter einfach zu präsent und zu rasant. Immerhin kannten sie sich keine drei Tage und sprachen ernsthaft von Liebe.

Mit dem rassistischen Hintergrund kommt das Buch mit keiner neuen Idee daher, aber das Zirkussetting war dafür überraschend und frisch. Insgesamt war die romantische Beziehung zu unrealistisch und nahm zu viel Platz ein. Da erhoffe ich mir im zweiten Band mehr Ausgleich, dennoch hat mir die Geschichte gut gefallen.
Hayley Barker hat fast achtzehn Jahre als Englischlehrerin gearbeitet, bevor sie sich in Vollzeit dem Schreiben widmete. Sie liebt Jugendbücher, und ihre Romane veröffentlicht zu sehen, ist für sie das größte Abentuer ihres Lebens. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen und einem etwas hyperaktiven Hund in Essex.
©Rowohlt Verlag

Ein riesengroßes Dankeschön an
 
für das Rezensionsexemplar!

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