03.12.2018  

{Rezension} Am Ende aller Zeiten von Adrian J. Walker

                  Originaltitel: The End of the World Running Club 

                  Broschiert: 432 Seiten                                           Verlag: Fischer Tor (25. August 2016)

                  Genre: Jugendbuch                                                 ISBN: 978-3596037049

                  Preis: Br - 14,99 €, TB - 9,99 €, ebook - 3,99 €
Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt.
Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang?

Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.

Glaube ist etwas Seltsames.

Gerade nüchterte Edgar noch neben seiner Frau im Ehebett aus und im nächsten Moment verschanzt er sich mit ihr und den zwei Kindern im Keller seines Hauses, um mit dem Leben davon zu kommen. Als sie nach Wochen aus dem unterirdischen Raum gerettet werden, liegt die britische Insel in Schutt und Asche. Ganze Städte sind vernichtet, hunderte Menschen tot oder vermisst. Ausländische Hilfsorganisationen versuchen so viele Menschen wie möglich zu retten, dabei wird Edgar von seiner Familie getrennt und schlägt sich von da an mit einer kleinen Gruppe durch das zerstörte Land, um zu ihnen zu gelangen.

Der Mitdreißiger Edgar erzählt seinen Kampf ums Leben und den endlosen Weg quer durchs Land selbst. Dabei reflektiert er mit der Zeit immer wieder sein bisheriges Leben uns sein Verhalten. Zu Beginn noch sehr störrisch, später dann einsichtig und selbstkritisch. Der Schreibstil war rau, ungehobelt aber genau richtig für die Charaktere und der Story. Der Anfang stellte sich als etwas zäh heraus und teilweise etwas langatmig. Ich hatte meine Schwierigkeiten, um gänzlich einzusteigen. Erst als Ed von seiner Frau und den Kindern getrennt wird, kommt die Geschichte richtig ins Rollen. Bis dahin sind es allerdings über hundert Seiten.
Die Welt in der Ed seinen Weg bestreitet ist nicht wieder zu erkennen. Überall Zerstörung, Tod, Leid und Grausamkeit. Auf ihrer langen Reise treffen Ed und seine Gruppe auf einige ungemütliche Gestalten, aber auch auf Hilfsbereite. Die Menschen versuchen zu überleben, jeder auf seine Art und Weise.

Charaktere

Edward ist wahrlich nicht der Mustermann aus dem Bilderbuch. Bequem, in einem Bürojob festsitzend, und ein überdurchschnittlicher Alkoholkonsum, während seine Frau mit den zwei Kindern zu Hause sitzt. Er weiß um seine Fehler bescheid, sieht aber keine Notwendigkeit etwas daran zu ändern - jedenfalls noch nicht. Sein beschwerlicher Weg zeigt ihm seine Schwächen und Fehler deutlich vor Auge und bewegt etwas in ihm. Auch wenn er immer noch nicht perfekt ist, eine Wandlung passiert.

Von insgesamt vier Personen wird er auf der Tour über die britische Insel begleitet. Die Soldatin und einzige Frau im Team, Grimes, der ältere Australier Harvey, Familienvater und Witwer Richard, dessen Sohn sich ebenfalls am anderen Ende der Insel befindet und der mürrische Junggeselle Bryce. Die gemischte Gruppe beherbergt einige Komplikationen und unterschiedliche Auffassungen, dennoch haben sie alle dasselbe Ziel vor Augen. Sie waren allesamt stimmig und trugen zur Geschichte bei.

Ein bewegender Endzeitroman, der einige Abgründe der Menschheit aufweist und dessen Protagonist wirklich über sich hinaus wachsen muss. Sehr stimmig, aber zu Beginn mit einigen Längen.
Adrian J Walker wurde Mitte der 70er Jahre in einem Vorort von Sydney geboren, verbrachte aber einen guten Teil seiner Jugend in England. Er studierte in Leeds, arbeitete als Informatiker und lebt heute mit seiner Frau und zwei Kindern in London.
©Fischer Verlag

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