10.12.2018  

{Rezension} Maskiert von Amalia Zeichnerin

                  Taschenbuch: 142 Seiten             Verlag: Independently published (15. November 2018) 

                  Genre: Kurzgeschichte                  ISBN: 978-1729079737

                  Preis: TB - 8,00€ ebook - 2,99 €
Venedig, 1753
Der Karneval ist im vollen Gange. Auf einem Maskenball flirtet der junge Adlige Lorenzo mit einer Dame, die sich kurz darauf als Mann entpuppt. Wutentbrannt über die Täuschung, verlässt Lorenzo das Fest. Später will er den Anderen zum Duell herausfordern, da er sich in seiner Ehre verletzt fühlt. Doch wer ist der Mann hinter der Maske?

Ein bunt durcheinander wirbelnder Wirrwarr aus Masken, raschelnden Kleidern und glitzerndem Schmuck flog an ihm vorüber, als er sich an den Rand der Tanzfläche begab.

Im Karneval Venedigs verschwinden Persönlichkeiten, Ränke und Geschlechter hinter den Masken und sind nicht zu erkennen. So handhaben es auch Lorenzo und Felicio, die sich auf einem der Maskenbälle begegnen und zu einem späteren Zeitpunkt näher kommen. Nur denkt Lorenzo er habe eine Frau vor sich und keinen Mann. Wutentbrannt verlässt er das Fest und erst Wochen später begegnen sich die Zwei wieder.

Abwechselnd begleitet ein personaler Erzähler Lorenzo und Felicio und beschreibt die Situation aus deren Sicht. Der Schreibstil war flüssig, historische Bezeichnungen wurden am Ende des jeweiligen Kapitels erläutert und auch im Nachwort wurde sich bezüglich der historischen Fakten noch einmal geäußert. Dass die Bezeichnung „Geliebter/Lieber“ sehr häufig Verwendung fand, störte mich etwas. Hinzu kommen einige große und unregelmäßige Zeitsprünge, durch denen es an einer gewissen Struktur fehlte und die Erzählung etwas unruhig gestaltete. Dabei hätte ich sehr gerne noch mehr von den beiden Protagonistin lesen können. In dieser Hinsicht: Schade, dass es nur eine Kurzgeschichte war.

Charaktere

Die zwei Protagonisten sind unterschiedlichen Standes und verhalten sich auch in bestimmten Situationen verschieden. So flüchtete Felicio aus Florenz, weg von seiner Kaufmannsfamilie und einer geplanten Ehe, nachdem sein Vater ihn mit einem Diener zusammen erwischte. In Venedig lebt er seinen sexuelle Vorliebe gewissermaßen aus und hat auch gleichgesinnte gefunden. Währenddessen unterdrückt der adlige Lorenz seine Neigung zunächst, folgt seinem Vater und geht eine Verlobung mit einer Frau ein, die er nicht liebt und zu der er sich nicht hingezogen fühlt, um den adligen Schein zu wahren.
Mir wahren beide sympathisch und ich konnte mich sehr schnell mit ihnen anfreunden.

Bis auf die Zeitsprünge und einige häufige Wiederholungen von Wörtern, hat diese Kurzgeschichte viel Spaß und war vor allem historisch schön geschrieben.
Amalia Zeichnerin schreibt in den Genres Phantastik, Historisches, Krimi und Romance - fast immer, aber nicht ausschließlich, mit queeren Hauptcharakteren. 
Teile ihrer Kindheit hat die Autorin in Thailand und in Malawi (Südostafrika) verbracht. Mit ihrem Mann lebt sie in Hamburg. Seit einigen Jahren ist sie aktiv in der Steampunk Szene, z.B. organisiert sie jährlich ein Steampunk-Picknick in der Hansestadt.
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