01.04.2019  

{Rezension} Traumwandler von Hannes Niederhausen

                  Taschenbuch: 360 Seiten                                    Verlag: Epubli (15. März 2019) 

                  Genre: Urban Fantasy                                          ISBN: 978-3748520825

                  Preis: HC - 25,00 € TB - 15,00 € ebook - 0,99 
Noch 5 Sekunden und das Flugzeug zerschellt auf dem Boden. Richard Lose starrt entsetzt in die Augen des Attentäters und weiß, dass er sterben wird.

Dann wacht er auf.
Zum Glück war der Absturz nur ein Traum … denkt Richard. Bis er die Aufnahmen sieht: Er steht am Gate und betritt das Flugzeug. Alles ist real.

Auch der Attentäter ist am Leben. Nachdem dieser Richards Mutter ermordet, setzt Richard alles daran, ihn aufzuhalten. Doch der Mörder ist ein Traumwandler und seinen wahren Körper zu finden, ist nahezu unmöglich.


Es ist alles so weich.

Während Richard versucht sein Studium, seine Beziehung und neue Freundschaften unter einen Hut zu bekommen, überkommen ihn des Nachts eigenartige Träume, die sich realer anfühlen als sie sollten. Als dann auch noch sein seit einem Jahr verschwundener bester Freund Fred vor der Tür steht und ihm etwas von Traumwandlern erzählt, die Nachts in anderen Körpern umher spazieren, steht endgültig alles Kopf. Doch viel Zeit sich daran zu gewöhnen, dass er einer dieser Wandler ist, bleibt Richard nicht. Denn ein mysteriöser Traumwandler macht Jagd auf Seinesgleichen und geht dabei über zahlreiche Leichen.

Ein personaler Erzähler leitet durch die Geschichte und folgt dabei dem Protagonisten Richard. Etwas gewöhnungsbedürftig war, dass er Richards Eltern als Mama und Papa bezeichnete. Der Schreibstil war angenehm und einfach, die gewählten Zeiten manchmal schwierig und veranlassten mich ab und zu zum erneuten Lesen, um hinter die Bedeutung des Satzes zu kommen.
Die Idee des Traumwandelns war für mich neu und interessant, das Thema und die Umsetzung hatten mich sehr schnell gefesselt. Während normale Menschen schlafen, materialisieren sich die Traumwandler in neuen Körpern an jeden erdenklichen Ort auf der Welt - bei vollem Bewusstsein. In dieser Gestalt verfügt ein jeder über eine spezielle Fähigkeit, einige passiver Natur, andere aktiv nutzbar.
Zwischendurch nimmt die Geschichte eine starke Fantasy-Richtung ein, mit der ich im ersten Moment nicht gerechnet hatte die aber keineswegs unschön war.

Charaktere

Die Charaktere waren zahlreich und bei den ein oder anderen hätte gerne noch etwas mehr ausgeholt werden können. Viele Charaktere bleiben eher oberflächlich angekratzt und bei einigen fehlte einfach etwas Backstory.

Richard ist zu Beginn so gar nicht von allem überzeugt und sträubt sich permanent dagegen. Im allgemeinen erscheint alles was Veränderung bedeutet, ihm nicht geheuer und er versucht lieber seinem gewohnten Alltag treu zu bleiben, auch wenn das alles andere als einfach ist. Erst im späterem Verlauf kann er sich mit seiner Situation anfreunden, auch wenn er nicht alles versteht.

Die Idee hat mich schnell positiv überrascht und von sich eingenommen. Auch Richard konnte mich mit seiner vorsichtigen und skeptischen Art überzeugen, hatte er doch aber auch seine starken Auftritte. Die restlichen Charaktere hätten noch etwas mehr Tiefe haben können und die gewählten Zeiten waren gewöhnungsbedürftig.
Schon als kleiner Knirps erzählte Hannes Niederhausen gerne Geschichten. Die erste dokumentierte des Bären Brummi auf der Suche nach Pilzen war dramaturgisch noch sehr minimalistisch, aber über die Jahre (vor allem im Schulunterricht und während des Informatikstudiums) konnte er seine Schreibhandwerk verbessern. Jetzt veröffentlicht der Softwareentwickler regelmäßig Kurzgeschichten auf seiner Webseite, während er seine Romanprojekte für die Öffentlichkeit poliert.

Wenn er mal nicht vor dem Monitor sitzt, braut Hannes seine Lieblingsbiersorte Indian Pale Ale zur Freude seiner Freundin in der heimischen Küche. Nur mit Musik auf der Gitarre kann er sie von den Hopfendüften ablenken.
©https://www.hannesniederhausen.de/

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