15.09.2020  

{Rezension} Jetzt ist alles, was wir haben von Amy Giles

 

                  Originaltitel: Now Is Everything                  

                  Taschenbuch: 400 Seiten                           Verlag: cbt (15. Oktober 2018)         

                  Genre: Jugendbuch                                      ISBN: 978-3570164877                                       
                  Preis: TB - 10,00 €, ebook - 8,99 €
Sei die Beste. Und wenn nötig, sei unsichtbar.

Hadley McCauley hat gelernt, in ihrer Familie zu überleben, sprich ihren Vater bei Laune zu halten: durch Höchstleistungen auf allen Gebieten und die Fähigkeit, sich wenn nötig unsichtbar zu machen. Denn hinter der makellosen Fassade der McCauleys verbirgt sich ein hässliches Geheimnis. Um ihre kleine Schwester Lila davor zu schützen, tut Hadley alles. Doch dann trifft sie Charlie Simmons und diese große Liebe gibt Hadley fast etwas wie Hoffnung. Als unterdessen zu Hause die Gewalt eskaliert, muss Hadley sich fragen, wie lange sie noch schweigen kann.

Um mich herum wimmeln die Notfallsanitäter über den Hügel wie Ameisen auf der Jagd nach Verwertbarem.


Egal wie gut Hadley in der Schule oder dem Sport ist, sie wird es ihrem Vater nie recht machen können. Jedoch kann sie dafür sorgen, seine Wut im Zaum zu halten und nicht negativ aufzufallen oder noch besser: unsichtbar sein. Nicht für sich selbst, aber für ihre Schwester, die schutz- und ahnungslos ist und noch immer so lebenslustig und fröhlich ihre Kindheit genießt. 

Hadley erzählt ihre Geschichte abwechselnd in zwei Abschnitten. Die Vergangenheit und die Gegenwart, in der etwas furchtbares passiert. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. 
Nach außen scheint ihr Vater nur sehr streng und um seine Tochter besorgt, doch hinter der Fassade liegt ein knallharter Drill und wenn Hadley nicht pariert wird er handgreiflich. Durch die Zeitsprünge wird die äußerlichen Wirkung der Familie auf andere genutzt. Lehrer und Freund deuten Verdacht an, andere wiederum bezeichnen die Familie als normale, betuchte Bürger an. Das gefiel mir sehr gut und wurde glaubwürdig herübergebracht. Blutergüsse und Verletzungen wurden jedoch wenig behandelt. So ist Hadley Kapitänin beim Lacrosse, oft in einer Umkleide und dennoch soll nie jemand etwas gesehen haben. Im Buch werden solche Situationen gar nicht behandelt, da fehlte mich etwas.

Charaktere

Protagonistin Hadley war mich schnell sympathisch, auch ihre Beweggründe alles geheim zuhalten sind glaubhaft und herzzerreißend. 

Charlie wirkt zunächst wie der Draufgänger schlechthin, stellt sich dann aber als jemand mit einem weichen Kern heraus. Im Ganzen blieben er und seine Geschichte jedoch zu blass. Manchmal kam er sehr emotionslos und abweisend rüber.

Schöne Geschichte, mit einem sehr ernstem Thema und einer tollen Protagonistin, Freund Charlie war aber etwas zu blass.
Amy Giles ist Werbetexterin und hat so ziemlich alles betextet, was man sich vorstellen kann, darunter Frühstücksflocken-Spots, animierte Webisoden und Katalogtexte für Anglerprodukte. Ihre wahre Leidenschaft gilt jedoch dem Schreiben von Romanen für Jugendliche. Sie lebt auf Long Island mit ihrem Mann, ihren zwei Töchtern im Teenageralter und einem Rettungshund. Ihr erster Roman, »Jetzt ist alles, was wir haben«, wurde mit dem Buxtehuder Bullen ausgezeichnet.
©RandomHouse Verlagsgruppe


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