17.01.2018  

{Rezension} Rungholts Ehre von Derek Meister


                  Taschenbuch: 544 Seiten                         Verlag: Blanvalet Verlag (16. Oktober 2017)

                  Genre: Historischer Krimi                           ISBN:
 978-3734105517

                  Reihe: 1 von 5 (bisher)                               Preis: TB - 9,99 €, ebook - 8,99 €

Lübeck, 1390: In der Hauptstadt der Hanse wird die Leiche eines geheimnisvollen Fremden aus der Trave gezogen. Unversehens findet sich der störrische Patrizier Rungholt in einer finsteren Ränke wieder, denn sein Kaufmannslehrling wird beschuldigt, den Fremden erschlagen zu haben. Rungholt bleiben nur wenige Tage, um dessen Unschuld zu beweisen und somit die Ehre seines Hauses wiederherzustellen. Doch bei der hartnäckigen Jagd nach dem Mörder droht er alles zu verlieren: seine Ehre, sein Leben – und seine geliebte Tochter Mirke …


Niemand bemerkte die Leiche.
Die Toslach seiner Tochter steht kurz bevor und noch immer müssen viele Vorbereitungen getroffen werden. Da kommt es Rungholt natürlich ungelegen, dass ein Fremder tot in Lübeck aufgefunden wird und ausgerechnet sein Lehrling Danielihn ermordet haben soll. Nichtsdestotrotz muss Rungholt die Unschuld des Jungen beweisen und die Ehre seines Namens wieder herstellen. Auf seiner Spurensuche gelangt er an einige abenteuerliche Spekulationen, das Ende seiner Kräfte und einer Auflösung, die seine Vorstellungen weit übertrifft.

Mit einem ruhigen und angenehmen Schreibstil, einem personalem Erzähler und einem ruppigen Protagonisten lässt uns Derek Meister ins Lübeck des 14. Jahrhunderts eintauchen.
Das Spiel um den Täter war ordentlich verstrickt und erst nach über der Hälfte des Buches dämmerte mir, dass mein Anfangsverdacht falsch war. Das Netz aus Intrigen und Geheimnissen wurde immer größer, bevor es nach und nach einige spannende Aufklärungen gab. Besonders zum Ende baute diese sich auf, wurde allerdings dann durch einige Wiederholungen gehemmt, da alles unnötig in die Länge gezogen wurde. 
Das gesamte Buch war, obwohl ich nicht wirklich etwas dran auszusetzen hatte, ein zähes Stück und ich kam beim Lesen nur schwerfällig voran.

Charaktere

Rungholt ist trotz seiner ruppigen und schnell aufbrausenden Art irgendwie sympathisch gewesen. Oftmals legte er sich selbst unzählige Steine in den Weg, weil er zu ungeduldig war und einfach nicht zuhörte. Seine Vergangenheit in Russland, die ihn immer wieder schwer beschäftigte, lässt noch auf einiges hoffen und wird bestimmt nochmal Thema sein.

Sein Kapitän und enger Freund Marek verließ zwar immer verkünden, dass er aus allem was er für Rungholt tat nur Profit schlagen wollte, doch schnell wurde klar, dass er für seinen Freund und Geldgeber einiges riskieren würde. Später war er genau wie Rungholt an der Aufklärung des Falles interessiert. Trotz seiner eher massigen Statur wirkte er auf mich sehr ruhig und nett, obwohl er auch anders konnte, was er häufiger unter Beweis stellte. Er war eine gute Ergänzung zu Rungholt.

Mit Rungholts Tochter war ich nicht immer so gut zu sprechen. Einerseits tat sie einem Leid, mit dreizehn verlobt zu werden und dass obwohl sie auch noch einen anderen liebte. Andererseits ging sie mir mit ihrer kindischen „Ich bin erwachsen“ Art tierisch auf die Nerven. Immer wenn ich dachte, jetzt kann ich sie eher verstehen und mit ihr fühlen, befiel sie einer ihrer Wutanfälle, wo sich das Temperament ihres Vaters zeigte.

Das Lesen zog sich elendig lang, obwohl das Buch alles hatte - ein spannenden Fall, interessante Wandlungen und sympathische Charaktere. Deshalb leider nur


Derek Meister wurde 1973 in Hannover geboren. Er studierte Film- und Fernsehdramaturgie an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg und schreibt erfolgreich Serien, Spielfilme fürs Fernsehen – und rasant-spannende Romane, mit denen er sich eine große Fangemeinde erobert hat. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe des Steinhuder Meers.
©RandomHouse Verlagsgruppe

Ein riesengroßes Dankeschön an
für das Rezensionsexemplar!

Rezensionen von anderen Bloggern:

Kommentare:

  1. Hey Denise,

    Schade, dass sich das mit dem Lesen so gezogen hat. Dafür sind 4 Sterne eine sehr gute ewertung, aber das lag dann anscheinend auch nicht nur am Buch. Für mich ist das Buch wahrscheinlich eher nichts. Krimis konnte mich bisher nicht wirkich überzeugen, aber ich lese vllt mal eine Leseprobe. Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich den Autor und seine Frau getroffen. Das Treffen war echt super und so will ich irgendwann schon nochmal ein Buch von ihm oder ihr lesen.

    LG, Moni

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  2. Jetzt habe ich das Buch auch gelesen. Mirke hat mich nicht so sehr gestört wie dich, aber das Nachwort hat mir das Buch ein bisschen verleidet. Etwas einbauen, dass erst 100 Jahre später nach Europa kommt, finde ich doof. Da bin ich tatsächlich etwas pingelig. Ansonsten bin ich aber schnell durchgekommen und die Beschreibungen von Lübeck fand ich auch klasse.
    Ich verlinke dich in meiner Rezension, die am 10.11. online gehen wird.

    LG, Moni

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