17.08.2017  

{Rezension} Die 100 von Kass Morgan

  
                      Originaltitel: The 100                                   Broschiert: 320 Seiten 

                      Verlag: heyne>fliegt (27. Juli 2015)              Genre: Jugendbuch 

                      ISBN: 978-3453269491                                Reihe: 1 von 4

                      Preis: Br - 12,99 €, ebook - 3,99 €

Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können ...

Die Tür glitt zur Seite und Clarke wusste, dass es Zeit war zu sterben.

Nach dreihundert Jahren, in denen kein Mensch einen Fuß auf die, durch Atomwaffen zerstörte, Welt gesetzt hat, werden hundert Jugendliche aus dem All hinunter geschickt. Sie alle sind Straftäter und haben keine andere Wahl. Am Abreisetag geschieht allerdings etwas Unvorhergesehenes - ein als Wächter verkleideter Bewohner der Raumschiffe droht den Kanzler umzubringen, sollte er nicht auf den Transporter zu Erde gelangen. Dabei flieht eine Insassin und der Kanzler wird schwer verletzt, doch die Sträflinge werden trotzdem zur Erde geschickt.

Die Geschichte wird von vier Charakteren gleichzeitig erzählt. Immer abwechselnd folgt der Leser einen dieser Vier aus der Sicht eines Erzählers. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Innerhalb der Kapitel gibt es Rückblenden in die Vergangenheit, zu dem jeweiligen Charakter. Diese waren gut eingefügt, nur waren die Sichtwechsel an sich nicht so ganz glücklich. Die Story zog sich dadurch, besonders auf der Erde, sehr und verlor viel an Spannung, da viele langweilige Sachen sich wiederholten. Andere wichtige Dinge passierten einfach so nebenbei und wurden zu wenig behandelt, obwohl sie wichtig für die Geschichte sind.
Zu Beginn lernen wir Clarke kennen, welche die Hauptprotagonistin darstellt. Sie sitzt in Einzelhaft und erfährt durch den Arzt, ihren früheren Ausbilder, von der Reise zur Erde. Viel mehr Informationen erhält sie allerdings nicht. Auf dem Transporter sieht sie dann Wells, ihren ehemaligen Freund, der eigentlich nicht auf dem Schiff sein sollte. Bevor sie großartig über seine Anwesenheit grübeln kann, nimmt Bellamy den Kanzler in seine Gewalt und gelangt so auf das Schiff, dabei entkommt Glass dem Transporter und verschwindet im Raumschiff.

Charaktere

Clarke ist sehr stark und nimmt Sachen oder auch die Führung selbst in die Hand, wenn es sein muss. Sie wurde vor knapp drei Monaten verhaftet und saß die meiste Zeit in Einzelhaft. Davor wohnte sie auf der Phoenix, dem wohlhabendsten Schiff der Kolonie, zusammen mit ihren Eltern. Sie und Wells führten eine Beziehung, ehe er etwas Unverzeihliches tat.

Dieser ist der Sohn des Kanzlers und ebenfalls auf der Phoenix zu Hause gewesen. Er stand lange Zeit unter der Kontrolle seines Vaters, brach aber für seine Liebe zu Clarke die Regeln und landete so auf dem Transporter zur Erde. Wells war sofort unsympathisch und sein Verhalten in der Vergangenheit, sowohl als auch in der Gegenwart sprach nicht unbedingt für ihn.

Bellamy ist der einzige Waldener unter den Protagonisten, somit von dem ärmsten Teil der Kolonie. Trotz der Einkindpolitik auf den Schiffen hat er eine Schwester. Wegen dieser riskiert er sein Leben und landet schließlich im Transporter und zusammen mit ihr auf der Erde. Das der Kanzler dabei verletzt wurde, nagte stark an seinem Gewissen. Trotzdem würde er alles für seine Schwester Octavia tun.

Die letzte Protagonistin im Bunde ist Glass. Im Chaos beim Abflug gelingt ihr die Flucht und sie schleicht sich zu ihrem ehemaligen Freund Luke auf die Walden. Sie selbst stammt von der Phoenix und genoss dort ein luxuriöses Leben, bis etwas sie und Luke in Gefahr brachte und sie sich opferte. Mit Glass konnte ich bisher auch noch nicht viel anfangen. Mir wäre ein Charakter, der mehr Einblick in die Politik und dem momentanen Stand der Kolonie hat, lieber gewesen. So war ihre Geschichte eigentlich etwas überflüssig.

Leider fehlten bei allen Protagonisten, bis auf einige kleine Informationen, das Aussehen komplett. Beim Lesen fehlte immer ein Gesicht zu den Personen. 
In Glass‘ Abschnitte wurde einige Male ihr Name mit Clarkes vertauscht, was, besonders am Anfang, sehr verwirrend war.

Eine wirklich tolle und interessante Idee, doch die Umsetzung lässt zu Wünschen übrig und schwächelt in einigen Dingen. Trotz wenig Seiten, zieht sich die Geschichte sehr und dabei passiert nicht einmal viel.

Kass Morgan studierte Literaturwissenschaft an der Brown University und in Oxford. Derzeit lebt sie als Lektorin und freie Autorin in Brooklyn. Noch vor Erscheinen ihres ersten Buches, Die 100, konnte sie bereits die Rechte der Serienverfilmung verkaufen. Die 100 schaffte es auf Anhieb auf die Spiegel-Bestsellerliste, und auch mit dem zweiten und dritten Band der Serie, Die 100 - Tag 21 und Die 100 - Die Heimkehr, knüpfte Kass Morgan an ihren sensationellen Erfolg an.
©Random House Verlagsgruppe


Rezensionen von anderen Bloggern:

Kommentare:

  1. Huhu,

    ich liebe die Verfilmung der Buchreihe, weil meine Sympathien beim Gucken so schön gewechselt sind. Aber von den Büchern habe ich bisher die Finger gelassen. Irgendwie habe ich Angst, dass die Bücher komplett anders sind. Das ist ja öfters der Fall. Bei anderen Verfilmungen störte mich das interessanterweise aber nie. Hast du die Serie gesehen?

    Gruß Isbel

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    1. Huhu :)
      Ich bin seit der ersten Stunde Fan der Serie! Ging mir genauso wie dir, die Charaktere sanken und stiegen immer wieder in der Beliebtheitsskala. :D
      Die Serie ist auch bei weitem besser umgesetzt, als das Buch und die hinzugedichteten Charaktere sind allesamt super. Ich hab auch noch vor in nächster Zeit einen Vergleichsbeitrag zu schreiben, aber in der Rezension zum Buch gehört das einfach nicht mit rein. Ich hab so viele andere Rezensionen gesehen, die immer Beides vergleichen und da schneidet das Buch nun mal nicht gut ab. Wobei es mich auch einzelnd betrachtet nicht wirklich überzeugte...
      Liebe Grüße
      Denise

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    2. Hey,
      ich bin ja meistens von Verfilmungen enttäuscht, weil ich zu sehr vergleiche. Jetzt habe ich mir vorgenommen sie wie Adaptionen zu behandeln und dann dürfen die ja ändern was sie wollen. Ich hoffe das hilft. War schon lange nicht mehr in einer Buchverfilmung.
      Aber ja, ich finde bei Rezensionen sollten Film/Buchvergleiche nicht auftauchen. Schließlich geht es ja um das Einzelne und nicht um den Vergleich zweier völlig verschiedener Medien

      Gruß
      Isbel

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    3. Ah ja, das Problem kenne ich. Ich vergleich das auch immer miteinander, besonders wenn das Buch mir dann auch noch so gut gefallen hat. Ein Grund, weswegen ich eher Serienfan bin, als Film. Denn bei Serien hat man mehr Zeit und Platz, um sich an die Büchervorlage zu halten.
      Liebe Grüße
      Denise

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    4. Ja, da gebe ich dir recht. Obwohl es auch Serien gibt, die auch ohne Buchvergleich furchtbar sind. Ich sage nur die Netflix Serie "Shadowhunter". Ich finde die ganz furchtbar.

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    5. Die steht noch auf meiner Liste, ich kenne allerdings auch die Bücher dazu nicht. :D
      Ich bin gespannt!

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  2. Hey Denise,

    ich muss ja zugeben, dass mir bei "The 100" die Serie besser gefällt. Die Charaktere sind vielschichtiger, die Story nicht ganz so "lahm". Die Bücher gefielen mir gar nicht, ich hab nach dem 2. aufgehört. Vielleicht war es auch keine gute Idee, die Serie zeitgleich zu gucken, während ich versucht hab, die Bücher zu lesen. Aber du hast Recht, es gab keine Möglichkeit, sich die Figuren vorzustellen. Ich hab dann immer die Serienfiguren "gesehen", aber Glass zum Beispiel gab es in der Serie gar nicht.

    Klasse Rezension, der ich genauso zustimmen kann!

    Liebe Grüße
    Tilly

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    1. Huhu :)

      Ah ja, beides zeitgleich zu lesen/schauen stell ich mir auch schwierig vor, weil sie sich ja wirklich sehr unterschiedlich. Ich gehöre zu den Menschen, die einfach nichts abbrechen können und immer alles bis zum bitteren Ende sehen oder lesen müssen. Also werde ich mich wohl oder übel durch die anderen drei Bücher kämpfen :D

      Liebe Grüße
      Denise

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  3. Hallo!

    Ich mag die Serie sehr (wie meine Vorredner auch ^^), aber deine Rezension bestätigt mich erneut, dass ich einmal die Finger von den Büchern lasse und diese Serie als Serie genieße :)

    Liebe Grüße!
    Eva

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  4. Hallo liebe Denise,
    ich bin von Lovelybooks gerade rübergerutscht auf Deinen Blog und finde den wunderschön. Alleine der Header ist der Hammer. Auch die Bücher die Du vorstellst gefallen mir sehr gut, sodass ich Dir einfach mal ein Abo da lasse:)
    Vielleicht hast Du ja auch mal Lust bei mir vorbei zu schauen?
    http://www.printbalance.blogspot.de
    Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen:)
    Liebe Grüße
    Andrea

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